Springe zum Hauptinhalt der Seite

13. Zukunftsforum 2020

Nr. 11: Verbraucherschutz aufs Land gebracht

Nr. 11: Verbraucherschutz aufs Land gebracht

Viele Menschen sch√§tzen die Vorz√ľge des Landlebens, von der Ruhe √ľber das im Vergleich zu den St√§dten bezahlbare Wohnen bis hin zur etablierten Vereinskultur. Eine Bev√∂lkerungsbefragung des Th√ľnen-Instituts f√ľr l√§ndliche R√§ume ergab 2016, dass die Menschen in l√§ndlichen R√§umen im Durchschnitt mit ihrem Leben genauso zufrieden sind wie die Menschen in Deutschland insgesamt.
Allerdings kann dieser Befund nicht √ľber die erheblichen demografischen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Probleme hinwegt√§uschen, vor denen viele l√§ndliche Regionen heute stehen. J√ľngere Menschen ziehen dorthin, wo sie Arbeit finden. Zumeist bleiben die √Ąlteren auf dem Land zur√ľck. Einzelhandelsgesch√§fte, Bankfilialen und Gasth√§user schlie√üen, √∂ffentliche Verkehrsverbindungen werden mangels Nachfrage eingestellt und das Vereinsleben leidet unter Nachwuchsmangel.
Diese Probleme betreffen auch Informations- und Beratungsangebote im Verbraucherschutz. Der Weg zur n√§chsten Beratungsstelle ist f√ľr viele Menschen oft weit. Manche Beratungsstellen haben zudem nur an einzelnen Tagen ge√∂ffnet. Beratung am Telefon oder per E-Mail wird von den betroffenen B√ľrgern nicht immer als gleichwertige Alternative akzeptiert, soweit diese Angebote √ľberhaupt in ausreichendem Ma√üe vorhanden sind.
Das eher √ľberschaubare Informations- und Beratungsangebot abseits der St√§dte steht im Gegensatz zur komplexen Konsum- und Dienstleistungswelt, mit der auch die Menschen in l√§ndlichen R√§umen zu tun haben. Verbraucherinnen und Verbraucher stehen vor der Anforderung, sich in dieser Angebots-, Werbe- und Informationsflut zu orientieren. Um eigenverantwortlich entscheiden zu k√∂nnen, welche Produkte und Dienstleistungen beispielsweise nach Leistungsumfang, Qualit√§t oder Preis tats√§chlich geeignet sind, bedarf es verl√§sslicher Informationen.
Die √§lteren Menschen haben weite Teile ihres Lebens "analog" gelebt und sind erst in den letzten Jahren mit digitaler Technik in Ber√ľhrung gekommen. Selbst wenn sie mit digitaler Technik ausgestattet sind, fehlt ihnen oft die √úbung im Umgang mit, aber auch das Vertrauen in die Technik.
J√ľngeren Menschen in l√§ndlichen Regionen, die im Erwerbsleben stehen, fehlt es dagegen h√§ufig an der Zeit oder der Geduld, um Informationen √ľber Produkte und Dienstleistungen zu erfassen und zu vergleichen. Informationsquelle sind daher in vielen F√§llen Freunde und Familie oder eine einfache Suche √ľber Google.
Infolgedessen bestehen bei Menschen aller Altersgruppen Wissensl√ľcken im Hinblick auf die Qualit√§t von Produkten und Dienstleistungen, auf Verbraucherrechte oder auch beim Zugang zu geeigneten Verbraucherinformationen.
Der Bedarf f√ľr eine zuverl√§ssige Verbraucheraufkl√§rung auf dem Land ist vorhanden. √úber Defizite und innovative L√∂sungsans√§tze wollen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Verb√§nden, Wissenschaft und Politik mit Ihnen diskutieren.

Organisatorisches

Veranstalter: Bundesministerium der Justiz und f√ľr Verbraucherschutz (BMJV)

Ansprechperson: Thomas Fischer

Programm

Begr√ľ√üung und Einf√ľhrung: L√§ndliche Verbraucherpolitik des Bundesministeriums der Justiz und f√ľr Verbraucherschutz

  • Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekret√§rin bei der Bundesministerin der Justiz und f√ľr Verbraucherschutz
    Grußwort (pdf | 140 KB)

Vorstellung des verbraucherpolitischen Verbundprojektes zur Verbesserung der Verbraucherinformation in ländlichen Räumen

Vorstellung des Forschungsprojekts "Experimentierwerkstatt Ländliche Verbraucherpolitik"

Publikumsrunde "Wo dr√ľckt der Schuh?"

Diskussion "Wie gelingt gut Verbraucherinformation auf dem Land?" mit folgenden Leitfragen:

  • Welche Angebote zur Verbraucherinformation stehen auf dem Land zur Verf√ľgung und wie werden sie genutzt?
  • Gibt es Unterschiede zu Informationsbed√ľrfnissen in St√§dten?
  • Welche L√ľcken (Anzahl, Erreichbarkeit und Qualit√§t der Informationsangebote) in l√§ndlichen Regionen stellen wir fest?
  • Wie k√∂nnen innovative, moderne (digitale) L√∂sungsans√§tze aussehen?

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Petra Bentk√§mper, Pr√§sidentin des Deutschen LandFrauenverbandes e.V.
  • Bernd Fuhrmann, B√ľrgermeister Bad Berleburg
  • Prof. Hanna Schramm-Klein, Universit√§t Siegen
  • Marion Zinkeler, Vorstand Verbraucherzentrale Bayern
  • Eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Bundes der Deutschen Landjugend (angefragt)

Moderation: Anja Heyde, Journalistin

Schließen
Vorheriges Bild Nächstes Bild