Springe zum Hauptinhalt der Seite

Rückblick

Nr. 11: Verbraucherschutz aufs Land gebracht

Nr. 11: Verbraucherschutz aufs Land gebracht

Viele Menschen schätzen die Vorzüge des Landlebens, von der Ruhe über das im Vergleich zu den Städten bezahlbare Wohnen bis hin zur etablierten Vereinskultur. Eine Bevölkerungsbefragung des Thünen-Instituts für ländliche Räume ergab 2016, dass die Menschen in ländlichen Räumen im Durchschnitt mit ihrem Leben genauso zufrieden sind wie die Menschen in Deutschland insgesamt.
Allerdings kann dieser Befund nicht über die erheblichen demografischen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Probleme hinwegtäuschen, vor denen viele ländliche Regionen heute stehen. Jüngere Menschen ziehen dorthin, wo sie Arbeit finden. Zumeist bleiben die Älteren auf dem Land zurück. Einzelhandelsgeschäfte, Bankfilialen und Gasthäuser schließen, öffentliche Verkehrsverbindungen werden mangels Nachfrage eingestellt und das Vereinsleben leidet unter Nachwuchsmangel.
Diese Probleme betreffen auch Informations- und Beratungsangebote im Verbraucherschutz. Der Weg zur nächsten Beratungsstelle ist für viele Menschen oft weit. Manche Beratungsstellen haben zudem nur an einzelnen Tagen geöffnet. Beratung am Telefon oder per E-Mail wird von den betroffenen Bürgern nicht immer als gleichwertige Alternative akzeptiert, soweit diese Angebote überhaupt in ausreichendem Maße vorhanden sind.
Das eher überschaubare Informations- und Beratungsangebot abseits der Städte steht im Gegensatz zur komplexen Konsum- und Dienstleistungswelt, mit der auch die Menschen in ländlichen Räumen zu tun haben. Verbraucherinnen und Verbraucher stehen vor der Anforderung, sich in dieser Angebots-, Werbe- und Informationsflut zu orientieren. Um eigenverantwortlich entscheiden zu können, welche Produkte und Dienstleistungen beispielsweise nach Leistungsumfang, Qualität oder Preis tatsächlich geeignet sind, bedarf es verlässlicher Informationen.
Die älteren Menschen haben weite Teile ihres Lebens "analog" gelebt und sind erst in den letzten Jahren mit digitaler Technik in Berührung gekommen. Selbst wenn sie mit digitaler Technik ausgestattet sind, fehlt ihnen oft die Übung im Umgang mit, aber auch das Vertrauen in die Technik.
Jüngeren Menschen in ländlichen Regionen, die im Erwerbsleben stehen, fehlt es dagegen häufig an der Zeit oder der Geduld, um Informationen über Produkte und Dienstleistungen zu erfassen und zu vergleichen. Informationsquelle sind daher in vielen Fällen Freunde und Familie oder eine einfache Suche über Google.
Infolgedessen bestehen bei Menschen aller Altersgruppen Wissenslücken im Hinblick auf die Qualität von Produkten und Dienstleistungen, auf Verbraucherrechte oder auch beim Zugang zu geeigneten Verbraucherinformationen.
Der Bedarf für eine zuverlässige Verbraucheraufklärung auf dem Land ist vorhanden. Über Defizite und innovative Lösungsansätze wollen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Verbänden, Wissenschaft und Politik mit Ihnen diskutieren.

Organisatorisches

Veranstalter: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)

Ansprechperson: Thomas Fischer

Programm

Begrüßung und Einführung: Ländliche Verbraucherpolitik des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

  • Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
    Grußwort (pdf | 140 KB)

Vorstellung des verbraucherpolitischen Verbundprojektes zur Verbesserung der Verbraucherinformation in ländlichen Räumen

Vorstellung des Forschungsprojekts "Experimentierwerkstatt Ländliche Verbraucherpolitik"

Publikumsrunde "Wo drückt der Schuh?"

Diskussion "Wie gelingt gut Verbraucherinformation auf dem Land?" mit folgenden Leitfragen:

  • Welche Angebote zur Verbraucherinformation stehen auf dem Land zur Verfügung und wie werden sie genutzt?
  • Gibt es Unterschiede zu Informationsbedürfnissen in Städten?
  • Welche Lücken (Anzahl, Erreichbarkeit und Qualität der Informationsangebote) in ländlichen Regionen stellen wir fest?
  • Wie können innovative, moderne (digitale) Lösungsansätze aussehen?

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes e.V.
  • Bernd Fuhrmann, Bürgermeister Bad Berleburg
  • Prof. Hanna Schramm-Klein, Universität Siegen
  • Marion Zinkeler, Vorstand Verbraucherzentrale Bayern
  • Eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Bundes der Deutschen Landjugend (angefragt)

Moderation: Anja Heyde, Journalistin